Wellness um jeden Preis
Studien haben ergeben, dass der Aufenthalt in Hotels um rund 20 Prozent teurer geworden ist, als er noch vor fünf Jahren war. Die Ansprüche der Urlauber werden immer größer und ein 4-Gänge-Menü zum Abendessen ist ebenso Voraussetzung wie ein großzügiger Spabereich. Das Motiv für die gestiegenen Preise erklärt sich somit von selbst. Die baulichen Maßnahmen, die für den Wellnessbereich nötig waren, sowie die Erhaltungskosten sind mitunter Grund für die Verteuerung der Nächtigungspreise.
Zwar waren die Auslastungszahlen in den Wintermonaten im Westen Österreichs mehr als zufriedenstellend, doch in den Monaten von Mai bis September war das Gegenteil der Fall. Im Sommer glichen die Skiresorts Geisterstädten und es musste etwas unternommen werden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Ein Hotel, das relativ bald auf die Idee eines hoteleigenen Wellnessbereiches kam, war ein Hotel in Lech. Durch Whirlpool, Sauna und Massageanwendungen wurde versucht, potentielle Kunden in den Sommermonaten ebenfalls an den Arlberg zu locken. Aber auch im Winter werden die Spaangebote gerne genutzt und viele Urlauber möchten nach einem kräfteraubendem Tag auf der Piste in der Infrarotkabine oder im Hallenbad entspannen und den Abend genießen. Mit Sicherheit ist zu sagen, dass dieses Vorhaben dem Hotel in Lech mehr als gelungen ist und seither wollen immer mehr Unterkünfte diesem Beispiel folgen. Das Problem dabei ist, dass die angefallenen Kosten wieder eingenommen werden müssen und dies wirkt sich im Zuge dessen auf die Preise aus.

Da das Thema Wellness inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in Vorarlberg eingenommen hat, muss ein Hotel, um konkurrenzfähig zu bleiben, einen Spabereich besitzen. Nichtsdestotrotz hat sich der Schritt in Richtung Wellness in Vorarlberg bewährt und laut Experten konnten wieder mehr Nächtigungen in den Monaten von Mai bis September verzeichnet werden. Dadurch dass sich das Thema Wellness nicht nur für das Hotel, sondern auch für den gesamten Wirtschaftssektor in Vorarlberg rentiert, werden diverse Umbaumaßnahmen finanziell unterstützt. Obwohl sich dieses Konzept als sehr vielversprechend herausgestellt hat, bleibt die Frage offen, ob dies allein reicht, um die Buchungszahlen im Sommer langfristig zu sichern.